Titel: Schrei nach Stille
Autor: Chaplet, Anne
Verlag: List
Jahr: 2008
ISBN: 3471772820
Genre: Thriller


Gesamtwertung:

3 Bewertungen
526 mal gelesen
Schrei nach Stille
Chaplet, Anne25.01.2009
rezensiert von: JazzyWertung: 4.5 Sterne

Die Geschichte handelt von einem Dorf...einem Dorf, deren Bewohner in der Vergangenheit leben... einem Dorf, das ein großes, unbekanntes Geheimnis trägt, das nicht ausgesprochen wird, von niemandem, obwohl alle beteiligt zu sein scheinen.

Schon zu Beginn der Geschichte herrscht diese Stimmung - bedrohlich und ein wenig finster. Und dann ist da Sophie Winter, die allein in dem Haus wohnt, in dem schreckliche Dinge passiert sind. Als Leser fragt man sich: was von dem ist wahr, was man sich erzählt und vor allem: was in dem Buch von Sophie Winter geschrieben steht.

Das Buch ist meiner Meinung nach spannend und verleitet den Leser dazu, die Geschichte schnell durchzulesen.

Zunächst beginnt das Ganze etwas wirr und durcheinander. Man springt zwischen Personen und Orten, sodass man sich als Leser erst ein wenig einlesen muss. Nach einigen Kapitel ist man aber in die Story eingetaucht - bis hin zum überraschenden Ende, trotz dass der wirkliche Inhalt sich auf ein Minimun beschränkt.

"Schrei nach Stille" ist mein erstes, jedoch nicht letztes Buch von Anne Chaplet, das ich gelesen hab.

Prädikat empfehlenswert!

Weitere Rezensionen finden Sie bei Amazon.

Jetzt bewerten! Wie fanden Sie dieses Buch?

Sie haben das Buch gelesen und wollen selbst etwas dazu sagen? Hier können Sie Ihren Kommentar eingeben, bitte beachten Sie jedoch, dass ein Kommentar Ihre Meinung angemessen belegen sollte:


Ihr Name:

Ihr Kommentar:

Ihre Bewertung:




Kommentare:

1     Bewertung: 4 Sterne
Vergessen ist Gefahr und Gnade zugleich

Das dem Buch vorangestellte Zitat von Theodor Heuss passt ausgezeichnet zu Anne Chaplets neustem Buch „Schrei nach Stille“.

Sophie Winter ist eine ältere Schriftstellerin, die sich vom Geld ihres Buches „Summer of Love“ ein verlassenes Haus im nordhessischen Dorf Klein-Roda gekauft hat. Die Dorfbewohner begegnen ihr mit der gleichen misstrauischen Ablehnung, wie den Hippies, die einst 1968 in diesem Haus lebten. Es wird schnell klar, dass sie nicht zufällig in dieses Haus gezogen ist und ihr Roman keine erfundene Geschichte beschreibt.

In „Summer of Love“ beschreibt sie wie 1968 drei junge Hippies nach Klein-Roda zogen, welche Konflikte zwischen den Dorfbewohnern und den Hippies entstanden und legt nahe, dass eines der beiden Hippie-Mädchen von den Einwohnern in den Tod getrieben worden wäre. Die Dorfbewohner verbinden mit diesem Haus nicht nur wegen der Hippies unangenehme Erinnerungen und begegnen Zugezogenen ohnehin nicht gerade offen und herzlich. Davon kann auch ihr Nachbar Paul Bremer ein Lied singen, denn obwohl er schon lange in Klein-Roda wohnt, gehört er nicht richtig dazu. Erst durch das Buch erfährt er, was hier 1968 geschah und einiges andere mehr, das er vielleicht lieber nicht über liebgewonnene Nachbarn gewusst hätte.

Bei der Leseprobe war ich mir noch sicher, dass ich recht schnell den Überblick über die vielen eingeführten Personen und die unterschiedlichen Erzählperspektiven haben würde. Für mich wurde das Lesevergnügen leider dadurch getrübt, dass ich gelegentlich zurückblättern musste, um den Überblick zu behalten. Hätte ich die Lektüre nicht mehrmals für einige Tage unterbrechen müssen, wäre das sicher anders gewesen. Die oft fehlende Kennzeichnung von wörtlicher Rede und den SMS trug zur Verwirrung bei.

Für mich ist „Schrei nach Stille“ nicht wie auf dem Klappentext versprochen: „Ein eindringliches Porträt der Bundesrepublik in einer ihrer größten Umbruchsphasen (...)“, sondern ein sehr gelungenes Porträt des Lebens in einem Dorf vor vierzig Jahren und heute. Die Nebenhandlung nimmt soviel Raum ein, dass es sich meiner Ansicht nach nicht um einen Krimi handelt, sondern um einen (sehr lesenswerten) belletristischen Roman.

Ein sehr beeindruckendes Buch, das ich gerne gelesen habe und auch schon weiterempfohlen habe.
geschrieben von: sassenach10.02.2009

2     Bewertung: 3 Sterne
Anne Chaplet erzählt in ihrem Buch „Schrei nach Stille“ eine Geschichte, die in 2 Zeitebenen spielt. Es ist das Jahr 1967 als ein Hippie-Trio in das Dorf Klein Rhoda zieht, zu einer Zeit, in der Selbstverwirklichung, LSD und Räucherkerzen zelebriert werden. Ihre Vorstellung von der Verwirklichung der freien Liebe stößt auf massiven Widerstand bei der überaus prüden Dorfbevölkerung und es kommt zu Übergriffen, die ihr abruptes Ende finden, als eines der Blumenkinder spurlos verschwindet.

40 Jahre später kauft die Autorin des Bestsellers „Summer of Love“, Sophie Winter, ausgerechnet das Haus in Klein Rhoda, in dem damals die Hippies gewohnt haben und reißt damit alte Wunden wieder auf. Die misstrauischen und starrköpfigen Einheimischen fühlen sich durch die Fremde in ihrer Dorfidylle empfindlich gestört. Und so dauert es nicht lange, bis unheimliche Vorkommnisse das Leben der Autorin durcheinander bringen. Immer öfter wird die Frage nach dem verschwundenen Hippiemädchen gestellt, aber das Dorf schweigt.

Bereits auf den ersten Seiten Buches fand ich es faszinierend, ja eigentlich genial, wie die Autorin es versteht, die Stimmung in dem alten Haus zu schildern, wie sie mit bildhafter Sprache und Atmosphäre spielt. Aber auch die persönlichen Befindlichkeiten der Dorfbewohner kommen in diesem Buch nicht zu kurz. Ein typischer Dorfkrimi eben, der durch spießige Bewohner und dörfliche Regeln sein Leben eingehaucht bekommt.
geschrieben von: villawiebke25.02.2009


Zurück