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Effi Briest

autor

Fontane, Theodor (weitere bücher dieses autors)

gesamtwertung: 1.5/5

verlag

Artemis & Winkler /CVK

jahr

2003

1 bewertung

isbn

3538069603

7554 x gelesen

genre

Klassiker

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Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 23.09.2003 von LeseratteADMIN

Effi Briest von Theodor Fontane

Effi Briest erzählt die Geschichte einer jungen Adeligen, die gemäß ihres Standes früh - zu früh, wie der Vater später einräumt - verheiratet wird. Der Bräutigam, übrigens der ehemalige Freier ihrer Mutter und somit um etliches älter als Effi, führt sie nach Kessin, einem Ort an der Ostsee, der zugleich unheimlich und langweilig ist. Bald schon ist das Mädchen unglücklich und begeht den Fehler, eine lieblose Liaison mit dem Major Crampas einzugehen.

Voller Schuldgefühle kann sie dem Ort entfliehen, und die junge Familie zieht nach Berlin. Doch bald schon kommt ihr Gatte, der Baron von Instetten, ihr auf die Schliche, und er tut das, was man von ihm erwartet, unabhängig von den eigenen Gefühlen, den Gefühlen seiner Frau, oder die ihrer Tochter.

Fontane zeichnet hier wieder einmal das Bild der oberen Gesellschaft, die sich entgegen des persönlichen Glück und jeglicher Vernunft standesgemäß verhält. Wenig liebenswert scheinen mir alle diese Personen, eben wegen dieser heutzutage unverständlichen Verbohrtheit. Auch die Titelfigur, die Fontane zärtlich Effie getauft hat, ist mir fremd, erst wegen ihrer unerträglichen Naivität, später wegen ihrer Schuldgefühle. Trotzdem bleibt das Buch lesenswert, auch wenn ich schon bessere von Fontane gelesen habe.

Das liegt zum einen an der Erzählweise, dem Mangel an überschwenglichen Dialogen und der detaillierten Schilderung Kessins und des Alltagslebens, zum anderen aber auch an der Geschichte selbst, da sie mir heute so unglaublich erscheint. Doch für damalige Verhältnisse scheint Instettens Reaktion völlig angebracht zu sein.

Wer nun wissen will, wie Instetten handelt, und was aus Effi wird, der sollte besser das Buch lesen. Wer ein schöneres Buch von Fontane mit liebeswerteren Personen lesen will, sollte lieber zu Irrungen, Wirrungen greifen. Das ist weniger konfliktbeladen, zeigt aber trotzdem die Zwänge seiner Zeit.


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