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Slime: Deutschland muss sterben

autor

Ryser, Daniel

gesamtwertung: 2/5

verlag

Heyne

jahr

2013

6 bewertungen

isbn

345367653X

43692 x gelesen

genre

(Auto-)Biographie

kommentare (5)

Jetzt selbst kommentieren geschrieben am: 16.04.2013 von Michael Lehmann-Pape

Punk bis heute

„Deutschland muss sterben, damit wir Leben können.“ (Slime 1981).

Eine Zeile aus einem der bekanntesten Lieder der Punk Gruppe Slime, die (nicht als einziges Lied) die Gerichte bis ganz nach oben hin beschäftigte. Und genau das Lied, dem das BVG in seinem höchstrichterlichen Urteil bescheinigt, „Kunst im Sinne des Grundrechtes“ zu sein. Ein Urteil, für dessen Begründung in voller Länge „Die schlesischen Weber“ von Heinrich Heine angeführt wird.

Doch literarische Weihen, das war nun nicht aus ausgesprochene Ziel jener jungen Männer, die in der zweiten Hälfte der 70er Jahre als eine der ersten harten Punk nach Deutschland, genauer nach Hamburg brachten und ihren Lebensstil entsprechend gelebt habt. Wobei vor allem Sänger und Frontmann Dirk Jora zu nennen wäre (und dieser im Buch auch einen der erkennbaren Schwerpunkte bildet). Nicht, weil Jora musikalisch den anderen (oder anderen Bands) weit voraus gewesen wäre, sondern weil jener Dirk Jora sicherlich mit am konsequentesten den Lebensstil der frühen Punk Jahre bis in die Gegenwart beibehalten hat.

„Keiner wird an die Bullen verraten“, egal, was passiert. Keine Argumente, keine Diskussion, keine sonderlichen Kompromisse mit der bürgerlichen Welt (auch wenn das Leben auf dem Land samt Frühschwimmen und langen Spaziergängen mittlerweile dazu gehört).

„Immer diese scheiß Fäkalsprache. Ich mag es nicht, wenn er so anfängt. Aber er liebt das Spiel mit der Provokation“.

Materielles Wohlergehen? Sich „gegenseitig mal eine Corvette zum Geburtstag schenken“, wie es im Buch von „Den Ärzten“ oder den „Toten Hosen“ kolportiert wird? Nicht nur, dass „Slime“ den Weg zu massentauglichem melodiösem Punk-Rock nie vollzogen hat, gerade Jora würde auf solche Ideen bei seiner Lebenshaltung wohl gar nicht erst kommen.

Durchaus im Übrigen haben so manche der Mitglieder „Slimes“ und deren Umfeld den Weg in sehr erfolgreiche, bürgerliche Existenzen gefunden und vollzogen, aber nicht durch oder mit der Musik der Band, sondern auf dann ganz andere, losgelösten Lebenswegen.

Lebenswege, die Daniel Ryser genauso aufnimmt und beschreibt, wie er die Geschichte der Band und deren Musikern im Engeren erzählt. Und dabei einen Schwerpunkt durchaus in die gesamte Atmosphäre jener Jahre, die Härte, den Punk, die Schlägereien, den Alkohol, die Auflehnung, Hausbesetzungen, Kämpfe mit der rechten Szene und die Unterteilungen dann in rechten- und linken Punk (und unpolitischen sowieso) sauber im Buch aufführt und differenziert.

Vor allem aber sind es jene „Rebellen“ mit ihren ganz verschiedenen Persönlichkeiten und Motiven, die im Mittelpunkt der Jahrzehnte stehen, über die Ryser berichtet. Von der Fankurve bei St. Pauli über die Stammkneipe „Krawall 2000“, von sehr verschiedenen Wegen aller Beteiligter (Goldene Zitronen, Ärze, Hosen, Dead Kennedys, Ramones und eben Slime). Verschiedenheiten, an denen Ryser durchaus prägnant wiederum die individuellen Ausrichtungen der Slime-Musiker darstellen kann.

Für die bürgerliche Welt ist und bleibt der Punk eine vollständig fremde, bedrohliche Welt, von den provokanten Texten bis hin zum teils brutalen Pogo vor den Bühnen. Eine Welt, die Daniel Ryser atmosphärisch dicht aufzeigt und der er über Jahrzehnte hinweg in der sehr konkreten Geschichte der Band und ihrer Mitglieder nachgeht.


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5 weitere Stimmen zum Buch

1

bewertung von die Idylle trügt:

Eine Leiche wird auf Sandhamn – einer kleinen Schäreninsel, die vom Tourismus lebt, an Land gespült. Schnell wird der Tote als Krister Berggren identifiziert, ein einsamer Mann. Alles spricht für einen Unfall oder Selbstmord, doch als wenige Tage später die Leiche seiner Cousine Kiki auftaucht mag daran keiner mehr glauben. Thomas Andreasson übernimmt die Ermittlungen und nimmt den Leser mit auf eine spannende Jagt nach dem Täter. Hilfe bekommt er dabei nicht nur von seinen Kollegen, auch eine gute und sympathische Freundin aus Kindertagen beweist Spürsinn. Ein durchaus spannender Krimi, der durch die Menschen in seiner Handlung und die bildhafte Landschaftsbeschreibung lebt. Ein einfacher Schreibstil macht das Buch zu einer kurzweiligen Lektüre.

verfasst am 29.05.2013

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2

bewertung von cachingguys:

Köln, die Nacht vor Aschermittwoch: Ein Mann im Priestergewand wird vor einer Kirche von einem „Ritter“ getötet. Es handelt sich um den Chirurgen Dr. Weiß. - Ein junges Mädchen, Beatrice oder Bat, wie sie genannt werden möchte, zweifelt am Selbstmord ihrer besten Freundin Jana und versucht den vermeintlichen Mörder zu finden. Von ihrer Mutter, die bei der Telefonseelsorge arbeitet, fühlt sie sich unverstanden und flüchtet zu Florian, Janas Freund. - Manni Korzilius, gerade in einer neuen Beziehung zu Sonia, beginnt zu ermitteln. Anfangs noch ohne seine Kollegin Kollegin Judith Krieger, die wegen dem vorherigen Einsatz noch auf ein Verfahren wartet. Als ein zweiter Mord an einem echten Priester geschieht kommt sie, die immer noch mit den Schatten der Vergangenheit kämpft, zurück.

Ein solide geschriebener Krimi, mit der nötigen Spannung und einem glaubwürdigen Tätermotiv. In einem flüssigen Schreibstil wird aus den Perspektiven der einzelnen Charaktere geschrieben, was sie einem sehr viel näher bringt. Einzig die Exkurse in Mannis Karate Hobby waren mir persönlich etwas langatmig. Ein kurzweiliger Krimi über die Facetten der Schuld.

verfasst am 16.06.2013

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3

bewertung von cachingguys:

Clara Flockheimer, 36 Jahre alt, promovierte Innenarchitektin aus Köln, seit 5 Jahren aus dem Beruf, Mutter, der 4- jährigen Katie, erwischt ihren Freund, den erfolgreichen Immobilienmakler, in flagranti. Sie zieht zu ihrer Mutter, diese schenkt ihr eine Woche Arenal, damit sie in Ruhe über ihre Zukunft nachdenken kann. Am Stand lernt sie die etwas schrillen Freundinnen Kitty, Lizzy, Britta und Tina kennen. Zusammen erleben sie so einiges. Natürlich kommt auch ein Mann ins Spiel und alles wird gut. Launig, nett geschrieben, nichts Anspruchsvolles, aber ein kurzweiliges Buch für einen gemütlichen Strandtag.

verfasst am 16.06.2013

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4

bewertung von cachingguys:

Jean-Baptiste Baratte bekommt, eher zufällig aus Versailles, vom Minister persönlich, den Auftrag einen Friedhof Les Innocents nebst Kirche abzutragen. Mitten in Paris liegend verseuchen die Gebeine Tausender die Umgebung. Trotz Zweifel stellt sich der junge Ingenieure der Herausforderung. Wir schreiben das Jahr 1785, die Unruhe, die zur französischen Revolution führen wird, ist bereits gut spürbar. Atmosphärisch dicht geschrieben, entspricht das Cover der Stimmung des Buches. Die Menschen in seiner Umgebung und einige Verwicklungen bleiben alle eher an der Oberfläche, so dass es mir nicht gelang wirklich in das Buch einzutauchen. Zwar auf einer wahren Begebenheit beruhend ist das Buch nicht gut recherchiert, so wurde die angesprochene Desinfektion erst knapp 100 Jahre später überhaupt erst entdeckt. Ich hatte mir von dem Buch mehr versprochen.

verfasst am 07.09.2013

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5

bewertung von cachingguys:

Merete Lynggaard, zukünftige Parteivorsitzende der Demokraten, wird vor 126 Tage vor ihrem 32. Geburtstag entführt. Gefangen gehalten zuerst in Dunkelheit, dann ein Jahr lang in ständigem Licht und steigenden Überdruck, soll sie die Frage beantworten, warum sie in ihrem Verlies eingesperrt ist. Sie verschwand als sie mit ihrem Bruder Uffe zusammen auf einer Fähre war. Dieser ist geistig behindert seit dem Unfall bei dem ihre Eltern ums Leben kamen. Dies ist nun 5 Jahre her, aber gerade diesen Fall greifen Kommissar Carl Morck und sein Assistenten Assad, der eigentlich zum Putzen angestellt war, auf. Wegen Morcks etwas eigenwillige Art kam es den Vorgesetzten gerade Recht, das ein neues Dezernat „Q“ gegründet werden soll, das alte unaufgeklärte Fällen noch einmal aufrollen soll. Die Querelen mit anderen Dienststellen und Morcks teilweise unkonventionelle Art, die Rückblicke auf Meretes Martyrium, der packende Schreibstil und die unerwarteten Wendungen machen das Buch zu einem fesselnden Thriller.

verfasst am 11.10.2013

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